Das Theater ist für mich ein Zuhause.
Ein Ort, an dem alles sein darf: laut, leise, wild, verletzlich, mutig.
Ein Raum, in dem wir uns ausprobieren können – ohne Angst vor Bewertung, ohne das Korsett der Alltagsrollen.
Das Theater ist der Raum, in dem wir unsere eigene Wandlung am intensivsten erfahren können.
Es ist eine Einladung zum Spiel.
Und genau hier liegt für mich eine tiefe Wahrheit: Spiel ist die Basis von Entwicklung.
Ich beziehe mich gern auf Kinder.
Kinder sind unsere Lehrmeister, wenn es um Wandel geht.
Wenn ein Kind sagt: „Ich bin jetzt Rotkäppchen“, dann ist es Rotkäppchen.
Es schlüpft in eine Rolle, handelt aus dieser Rolle heraus, probiert aus, verändert sich, wandelt sich.
Und genau in diesem Schlüpfen, in diesem Ausprobieren, trainiert es sein Herz, seinen Geist und seinen Körper für Veränderung.
Das Theater schenkt uns Erwachsenen diesen Freiraum zurück.
Hier dürfen wir andere Perspektiven einnehmen, andere Haltungen ausprobieren, alte Muster hinterfragen.
Hier dürfen wir neue Rollen testen, ohne dass gleich alles auf dem Spiel steht.
Wir dürfen mal den Helden, mal den Zauderer, mal den Rebellen spielen.
Und wir dürfen spüren, was diese Rollen mit uns machen.
Theater ist für mich mehr als eine Bühne.
Es ist ein Übungsraum für das Leben.
Ein Raum, in dem wir uns selbst und andere neu erfahren können –
mit Körper, Geist und Seele.
Im Theater sind wir nicht nur Zuschauer unseres Lebens, wir werden zu Akteuren.
Wir sind mit allem beteiligt: mit unserer Stimme, unserer Bewegung, unseren Gedanken und Gefühlen.
Das Theater ist sinnlich.
Es ist mal still, mal laut, mal verspielt, mal ernst.
Und gerade in dieser Vielfalt liegt seine Kraft.
Für mich ist das Theater die Quelle meiner Arbeit mit Menschen.
Hier finden wir Bilder für unser Leben, hier können wir Transformation erleben – sichtbar, spürbar, verkörperlicht.
Das Theater ist der Raum, in dem Wandlung nicht nur gedacht, sondern gelebt wird.
Und genau deshalb ist es der Kern meines „Wandelreichs“.
Denn Wandel braucht Räume, in denen wir uns neu erfinden können.
Das Theater ist ein solcher Raum: ein Spielraum für Erwachsene, ein Labor für innere Bewegung, eine Bühne für neues Handeln.
„Im Theater sind wir nicht nur, wer wir sind –
wir dürfen auch werden, wer wir sein könnten.“